Adipositas

Im Allgemeinen bedeutet Adipositas „Fettleibigkeit“ oder „Fettsucht“. Es handelt sich dabei um eine Stoffwechselerkrankung, bei der – ausgelöst durch unterschiedliche Ursachen – der Körperfettanteil stark ansteigt und zu Übergewicht führt. Es gibt drei verschiedene Schweregrade der Adipositas, die durch die Berechnung des BMI ermittelt werden können. Grad I, der leichteste Grad der Adipositas, liegt vor, wenn der BMI zwischen 30 und 34,9 liegt. Menschen mit einem BMI zwischen 35 und 39,9 fallen unter den Schweregrad II. Über einem BMI von 40 spricht man vom Schweregrad III, der auch unter der Bezeichnung „morbide Adipositas“ bekannt ist. Jedoch ist der BMI nicht der einzige Faktor, der bei der Diagnose von Adipositas herangezogen wird. Ärzte sehen sich auch die Verteilung der Fettdepots am Körper an. Personen, die an Beinen und Hüften üppiger sind, sind weniger durch Folgeerkrankungen der Adipositas gefährdet als Menschen, bei denen das Fett im Bauchbereich stark ausgeprägt ist. Dies liegt daran, dass das Bauchfett den Zuckerstoffwechsel negativ beeinflusst und als krankheitsbegünstigend eingestuft wird. Bei Männern kann ein Bauchumfang ab 92 Zentimetern gefährlich werden, bei Frauen liegt diese Grenze bei etwa 80 Zentimetern. Unbehandelt kann Adipositas zu zahlreichen Krankheiten führen und die Lebensqualität in einem hohen Maß einschränken.

Ursachen und Symptome von Adipositas

Es gibt eine Vielzahl an Auslösern für Adipositas, wobei falsche und übermäßige Ernährung sowie starker Bewegungsmangel als zentrale Ursachen für die Erkrankung gelten. Falsche Ernährung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie zu wenige Ballast- und Mineralstoffe sowie Vitamine enthält, dafür aber zu viele gesättigte Fettsäuren Bestandteil der Nahrung sind. Wenn zusätzlich keine oder zu wenig Bewegung dazukommt, kommt es zu einer positiven Energiebilanz – es werden mehr Kalorien aufgenommen als abgebaut werden können. Ein weiterer Grund für Fettleibigkeit ist im Erbgut zu finden. Die genetische Veranlagung legt fest, wie die Nahrung vom Körper verwertet wird, wo sich Fettdepots bilden und wie hoch der jeweilige Grundumsatz ist. Außerdem kann es passieren, dass das Risiko für Adipositas schon im Mutterleib ansteigt – bestimmte Krankheiten der Mutter während der Schwangerschaft, Medikamente oder Chemikalien können sich negativ auf das Ungeborene auswirken. Adipositas tritt auch häufig infolge vorausgehender Krankheiten auf. Zu diesen gehören unter anderem Diabetes oder Schilddrüsenunterfunktion. Auch Nebenwirkungen von Medikamenten, wie beispielsweise von Antidepressiva, hormonellen Verhütungsmitteln, Betablockern und Insulin, können zu einer starken Gewichtszunahme führen. Darüber hinaus dürfen auch soziale und psychische Faktoren nicht außer Acht gelassen werden. Zu den sozialen und kulturellen Risikofaktoren gehören zum Beispiel unregelmäßige Essenszeiten, übermäßig sitzende Tätigkeiten, Überangebot an Nahrungsmitteln und vieles mehr. Psychische Risikofaktoren sind Stress, Sorgen, Probleme oder Schicksalsschläge. Neben einer schnellen Gewichtszunahme sind starkes Schwitzen, Gelenkserkrankungen und geringe körperliche Belastbarkeit die häufigsten Symptome von Adipositas.

Auswirkungen von Adipositas

Zu den häufigsten Konsequenzen der Adipositas zählen die so genannten Zivilisationskrankheiten. Zu diesen gehören beispielsweise hoher Blutdruck, übermäßig erhöhtes „schlechtes“ Cholesterin, Arteriosklerose oder Gicht. Diese Umstände können in weiterer Folge zu Schlaganfällen, Herzinfarkten, Krebs, Wundheilungsstörungen und Diabetes führen. Des Weiteren kann sich Adipositas auch auf das Gehirn auswirken. Adipositas-Patienten können unter frühzeitigen Demenzerkrankungen oder Alzheimer leiden. Darüber hinaus gibt es auch heute noch eine gewichtsbezogene Stigmatisierung – Menschen mit Übergewicht werden oft ausgegrenzt und im Berufsleben benachteiligt. Dies kann dazu führen, dass sich Adipositas-Patienten immer weiter zurückziehen und in einen Teufelskreis gelangen. Da sie keine Bestätigung oder Anerkennung von anderen Menschen erhalten, wenden sie sich vermehrt dem Essen zu, es kann zu seelischer Unausgeglichenheit und „Fressattacken“ führen.

Behandlung von Adipositas

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und der Ursache der Adipositas. Fest steht aber, dass je früher ein Adipositas-Patient behandelt wird, desto besser sind die Chancen einer schnellen Besserung des Krankheitsbildes. Bei der Behandlung geht es vorrangig darum, dass eine Reduktion des Gewichtes erreicht wird. Der erste Schritt besteht darin, eine Ernährungsumstellung durchzuführen, die aus weniger Fett und mehr Ballaststoffen besteht. Darüber hinaus wird empfohlen, dass mindestens zwei bis drei Liter Wasser am Tag getrunken werden. Wichtig ist auch, dass der Patient sich mit seinen Ernährungsgewohnheiten auseinandersetzt und lernt, welche Lebensmittel sich positiv und welche sich negativ auf Wohlbefinden und Gewicht auswirken. Kombiniert wird die Umstellung mit einem Bewegungsprogramm, das sich meist aus Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder leichtem Joggen zusammensetzt. Liegt eine Essstörung vor, wird üblicherweise zusätzlich eine Therapie vorgeschlagen. Darüber hinaus ist es essentiell, dass das Umfeld dem Betroffenen unterstützend zur Seite steht.

0 Gedanken zu „Adipositas

  1. Stephanie Löwl

    Hallo, all das ist ja schön und gut aber wie soll ich als Diabetiker abnehmen. Kann mir das irgend jemand sagen?
    Mein Arzt sagt Proteine abends essen. Was ist eine Protein reiche Kost?
    Ich habe jetzt angefangen nach 18.00 Uhr nichts mehr zu essen. Dadurch habe ich früh einen sehr guten Diabetiker Wert. Selten noch über 8,0. Zur Zeit treibe ich keinen Spot, da ich wahnsinnige Schmerzen im Oberschenkel habe. Wenn diese Schmerzen etwas gelindert wurden, mache ich wieder Kraftsport. Erst
    einmal 1x in der Wochen. Ich gehe jeden Tag so 1 bis 2 Stunden mit meinen Hund spazieren.
    Ich würde mich freuen, wenn mir hier jemand sagen kann, was ich noch machen könnte um abzunehemen-
    Danke schon mal im Vorraus.

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  2. Inge Göbel

    Ich bin 80 Jahre, habe ein hohes Übergewicht und ein Lipöedem 2
    So bin ich durch Unbeweglichkeit eingeschränkt beim Laufen.
    Was kann ich tun um mein Gewicht zu reduzieren.

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